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Zuhause. Endlich. Nach einem langen Arbeitstag, bei dem ich bis mitten in die Nacht gearbeitet habe ist das Projekt nun endlich abgeschlossen. Aber das war es wert, da ich nun einen großartigen Tag vor mir habe. Letztendlich habe ich die Sorgerechtsverhandlung gegen meine Ex-Frau gewonnen und durfte endlich wieder meinen Sohn sehen. Ich richtete mein altes, freies Schlafzimmer für ihn her, auch wenn es mit seinen weißen leeren Wänden noch genug Möglichkeiten bat, um es schöner und gemütlicher zu gestalten. Aber nicht heute, der Tag war einfach zu lang. Kaum war ich durch die Tür rief er auch schon nach mir.

“Papaa, ich kann nicht schlafen! Da ist ein Monster im Fenster!!”

Monster? Ernsthaft? Nicht sonderlich originell für ein Kind.. aber gut, das gehört wohl irgendwie dazu. Also die Treppen hoch in sein Zimmer und ans Fenster: “Ach, mach dir keine Sorgen mein kleiner, das sind bloß die Bäume im Wind und die Äste, die gegen das Fenster schlagen, siehst du?” Dabei zeigte ich aus dem Fenster und erklärte es ihm. Er glaubte mir, beruhigte sich und ich gab ihm einen Gute-Nacht-Kuss.

Endlich. Endlich Zeit zum Schlafen. Der ganze Tag hatte mich ordentlich mitgenommen und ich lief kraftlos den Flur entlang und schmiss mich auf mein Bett. Ich hatte eindeutig zu viel zu tun, um mich nun noch mit Monstern herumzuärgern. Und außerdem musste ich morgen früh mit ihm zur Schule und ihn hier bei mir in der Region für die Schule anmelden. Und Schuluniform kaufen, und Bücher, und das Zimmer herrichten. Ohje, ich brauche meinen Schlaf, meine Gedanken drehten sich schon. Gerade als ich zur Ruhe kam hörte ich ihn wieder rufen. Man, ich liebe das Kind, aber ich brauche echt meine Ruhe…

“Papaa, das Monster ist wieder zurück!” kreischte er.

Ich ging wieder rüber in sein Zimmer, schaute aus dem Fenster. Nein, da war nichts. Ich öffnete es, schaute nach links und rechts. Nein, kein Monster. “Siehst du, da ist nichts, nur die Äste des Baums im Wind, mein Sohn. Und jetzt schlaf, du musst morgen früh raus.” Wirklich beruhigt war er danach nicht, aber was sollte ich auch machen? Ich war einfach zu müde für so einen Mist. Ich fiel direkt wieder in mein Bett, als ich ihn wieder schreien hörte.

“Okay.. schon okay, ich schlafe jetzt bei dir im Bett, wenn du irgendwelche Monster siehst halt dich einfach an mir fest”, sagte ich, als ich den Flur abermals zurücklief. Ich zog sein rotes Bettlaken zurück, legte mich neben den Kleinen und schloss die Augen. Nur als ich da lag begann mein Kopf wieder vor sich her zu denken. Hab ich nicht weiße Bettlaken gekauft? Ich sah die aufgeschlitzte Kehle meines Sohnes und erkannte meinen Fehler. Das war der Moment, in dem ich das Monster hörte, nur dass es nun nicht mehr von außen an das Fenster klopfte… es waren Schritte. Schritte, die sich vom geöffneten Fenster entfernen. Ich konnte mir nicht helfen, aber musste lachen.. wie konnte ich vergessen, dass wir gar keinen Baum im Vorgarten haben?

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