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Schusterwerkstatt

Eine Schusterwerkstatt

Diese Sage soll aus Schottland stammen.

In Selkirk nahe der Grenze lebte einst ein fleißiger Schuster, der jeden Morgen vor Tagesanbruch aufstand, um seinen Handel zu beginnen. Eines Morgens betrat ein Kunde in einem schwarzen Mantel seine Werkstatt und probierte einen Schuh an, den er von einer Bank heruntergenommen hatte. Der Schuh passte ihm gut und der Fremde bezahlte ihn mit Goldmünzen und sagte, er werde am nächsten Morgen vor dem Hahnenschrei wiederkommen, um den zweiten Schuh zu erwerben. Der Schuster jedoch traute dem Fremden nicht, da sich Würmer unter den Goldmünzen befanden, mit denen der Fremde bezahlte.

Am nächsten Morgen kehrte der fremde Mann wieder, bezahlte für den anderen Schuh und ging, diesmal jedoch folgte ihm der Schuster, von Neugier gepackt. Der Mann ging zum Friedhof des Ortes und verschwand in einem Grab. Als der Schuster dies gesehen hatte, kehrte er um. Später jedoch kam er mit einigen Freunden zurück, und sie machten sich daran, das Grab auszuheben. Groß war ihre Verwunderung, als sie darin eine Leiche fanden, die das Paar nagelneuer Schuhe trug. Da der Schuster meinte, der Tote hätte keine Verwendung für sie, nahm er sie mit.

Am Sonnenaufgang des nächsten Morgens hörte die Frau des Schusters einen durchdringenden Schrei aus der Werkstatt ihres Mannes und rannte los, um herauszufinden, was geschehen war. Als sie dort ankam, sah die, dass ihr Mann verschwunden war. Das Grab wurde kurz darauf von Neuem geöffnet, und man fand darin die Leiche, die nicht nur die neuen Schuhe trug, sondern auch die Finger um die Nachtmütze des Schusters krallte. Die Frau des Schusters sah ihren Mann nie wieder.

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